Start frei für die Tornado-WM

Nach der Vermessung, ein paar Übungsstarts und der feierlichen Eröffnung ist die Tornado-Weltmeisterschaft 2016 in Lindau startklar. Auch die Wettfahrtleitung um den Franzosen Paul Bastard hat bei den Probestarts bei sehr leichtem Wind die Abläufe noch einmal optimiert. Am Sonntag um 13 Uhr soll der erste Startschuss fallen.

 

Honoratioren aus Politik und Segelsport waren bei der Eröffnungsfeier im Alten Rathaus von Lindau zugegen. LSC-Präsident Andreas Ober hieß die Teilnehmer und Offiziellen in Wettfahrtleitung und Jury herzlich willkommen.

Oberbürgermeister Dr. Gerhard Ecker bezeichnete Lindau als „zwar kleine Stadt, aber eine Metropole des Segelsports“. Erst eine Woche zuvor hatte der ausrichtende Lindauer Segler-Club die Langstreckenregatta „Rund um den Bodensee“ mit weit über 300 teilnehmenden Mannschaften durchgeführt. „Lindau ist hocherfreut, schon wieder Gastgeber für einen großen Segel-Event zu sein“, sagte Ecker.

Dr. Andreas Lochbrunner, Präsident des Deutschen Segler-Verbandes überbrachte die Grüße des DSV. Dazu habe er nicht eigens aus Hamburg anreisen müssen. „Ich bin da nur fünf Minuten um die Ecke gelaufen“, schmunzelte der Lindauer, viele Jahre lang selbst Präsident des traditionsreichen LSC. „Der Tornado ist eine Bootsklasse, die nach ihrer Olympia-Periode gut weiter lebt“, sprach er die bis 2008 in Olympia-Programm verankerte Vergangenheit des Zweirumpfbootes an. „Wir sind so happy, diese Weltmeisterschaft in Deutschland zu haben! Ich bin mir sicher, dass der LSC, mein Heimatclub, alle Anstrengungen unternehmen wird, um die WM perfekt über die Bühne zu bringen“, dankte er nicht nur Jürgen Jentsch, dem internationalen Klassen-Vertreter, für den Zuschlag zur WM, sondern auch den zahlreichen Mitgliedern, die ihren ehrenamtlichen Beitrag für das Gelingen der Veranstaltung leisten.

Jürgen Jentsch, Präsident der Int. Tornado Class Association ITA, war schon von der ersten Minute an von Lindau und dem LSC begeistert. „Wir sind glücklich, so einen stramm organisierten Club als Ausrichter gefunden zu haben“, so Jentsch. Es habe seinerzeit nur eine Stunde gedauert, bis die Zusage für die Ausrichtung der WM gestanden habe. Nach sechs Jahren werde die Tornado-WM nun wieder einmal auf einem deutschen Revier ausgerichtet. 2010 war dies zuletzt in Travemünde der Fall. Jentsch verwies auch darauf, dass rund 30 Prozent der Crews diesmal gemischte Mannschaften sind. „Wir stehen vor einer aufregenden Woche“, so der am Forggensee beheimatete internationale Klassen-Chef, der selbst auch mitsegelt.

„Events wie dieser sind zweifellos das Ergebnis von Team-Arbeit“, betonte Nick Jung, der Organisationsleiter des LSC für die Tornado-WM. Jeder Beifall gelte also einer großen Mannschaft, nicht ihm. „Ich hoffe auf faire Wettfahrten und dass sie viel Spaß im LSC und auf dem Bodensee haben werden“, so Jung.

LSC-Präsident Andreas Ober dankte abschließend der Stadt Lindau, der Wasserschutzpolizei, der Wasserwacht, den Nachbarn des Clubs, den Sponsoren – insbesondere PERI und Meckatzer – und nicht zuletzt den Mitgliedern für die Unterstützung, ehe er das Buffet frei gab.

 

Für den LSC ist es nach der WM der 8mR-Yachten 2006 die zweite Weltmeisterschaft, die der 127 Jahre alte und über 700 Mitglieder starke Club durchführt. Der LSC habe weder bezahlte Chef-Trainer noch eine hauptamtliche Geschäftsstelle – alle Arbeiten werden ehrenamtlich erledigt, ist es Andreas Ober wichtig, den Helfern seines Vereins zu danken.

 

Vor der Eröffnung wurden die Boote der 35 gemeldeten Mannschaften noch auf Regelkonformität geprüft. Wolfgang Heinemann aus Bad Wildungen, seit drei Jahrzehnten selbst Tornado-Segler und internationaler Vermesser seit zehn Jahren, prüfte mit zwei Helfern vom LSC Segel und Boote. Waren die Tornado-Segler früher mit mehreren Segelsätzen angereist, so dürfen sie heute nur noch drei Segel vermessen lassen: Groß- und Vorsegel sowie den Gennaker. „Wird eines beschädigt, muss sich der Teilnehmer von der Jury genehmigen lassen, dass er ein anderes fährt“, so Heinemann. Das müsse er dann auch begutachten. An den Booten wurden auch Kontrollen durchgeführt, ob etwa Begrenzungen korrekt eingestellt sind. „Das hat trotz der räumlichen Enge super geklappt. Alles entspricht den Regeln“, ist Heinemann zufrieden.

Für das Practice-Race am Samstagnachmittag zeigte sich der Bodensee dann eher von der flauen Seite. So wurden einfach mehrere Starts geübt.

Gemäß Ausschreibung ist nun der erste Start für Sonntag, 12. Juni, um 13 Uhr vorgesehen. Wechselhaftes, geradezu schauriges Wetter sollen die nächsten Tage bringen – da sind sich alle Prognosen einig. Aber auch westliche Winde mit drei bis vier Beaufort sind vorhergesagt. Es kann also losgehen!

Text: Volker Göbner

Opening der Tornado-Weltmeisterschaft in Lindau. Von links Organisations-Chef Nick Jung, LSC-Vorsitzender Andreas Ober, DSV-Präsident Dr. Andreas Lochbrunner, Lindaus Oberbürgermeister Dr. Gerhard Ecker und ITA-Präsident Jürgen Jentsch.

Opening der Tornado-Weltmeisterschaft in Lindau. Von links Organisations-Chef Nick Jung, LSC-Vorsitzender Andreas Ober, DSV-Präsident Dr. Andreas Lochbrunner, Lindaus Oberbürgermeister Dr. Gerhard Ecker und ITA-Präsident Jürgen Jentsch.

Foto: © Martina Barnetova ITA

 

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